Good Read. Kids Edition: Ein Einhorn namens Oktober
Bei Einhörnern ist die Sache mit der Magie eigentlich ziemlich eindeutig. Irgendwann kommt sie einfach. Glitzer, Zauberkräfte, Regenbogen – das volle Programm.
Zumindest sollte es so sein.
In Ein Einhorn namens Oktober von Maria Höck wartet ein kleines Einhorn kurz vor seinem ersten Geburtstag genau darauf. Es wurde an einem goldenen Oktobertag im Zauberwald geboren und ist überzeugt: Jetzt müsste es doch langsam passieren. Jetzt müsste sich endlich zeigen, welche besondere magische Kraft in ihm steckt.
Doch es passiert nichts.
Und natürlich beginnt damit die Suche. Oktober macht sich auf den Weg, um herauszufinden, wo seine Magie geblieben ist und was es eigentlich besonders macht. Unterstützt wird es dabei von einem ziemlich frechen anderen Einhorn. Am Ende findet Oktober seine Zauberkraft tatsächlich – allerdings ganz anders, als erwartet.
Kinder bekommen ziemlich früh mit, worin andere besonders gut sind. Jemand kann schneller laufen, schöner malen, schon besser lesen oder traut sich Dinge, die man sich selbst noch nicht zutraut. Da dauert es manchmal nicht besonders lange, bis die Frage kommt: Und was kann eigentlich ich?
Ein Einhorn namens Oktober erzählt genau davon, ohne daraus eine große Lektion zu machen. Das Buch greift damit Themen wie Empathie, Selbstvertrauen, Gefühle und Mut auf und richtet sich an Kinder ab drei Jahren. Dazu kommen die warmen, detailreichen Illustrationen von Juliana Kralik, die den Zauberwald mit seinen Einhörnern und weiteren Tieren ziemlich schnell zu einem Ort machen, an dem man gerne noch ein bisschen länger bleiben würde.
Und vielleicht ist Oktober gerade deshalb ein schönes Einhorn für Kinder. Nicht weil es von Anfang an weiß, was es kann. Sondern weil es erst einmal daran zweifelt.
Weil es sucht und sich mit anderen vergleicht. Und irgendwann merkt (Achtung: Spoiler!), dass das Besondere längst da war.
Nur eben ohne Glitzer.
.affiliate links.